Geschichte von Hubraum

How it´s born …

Auf dem Rover-WBK im Herbst 1985 in Düsseldorf spannen wir herum, dass es toll wäre, wenn die DPSG auch Raum bieten würde für persönliche Leidenschaften und Interessen. Mit vier Leuten verbissen wir uns in die Idee einmal ein Treffen nur für motorradfahrende Pfadfinder auszurichten, da für uns an beidem, Scout sein und Mopped fahren, viel Herzblut hing. Wieder in unsere Diözesen zurückgekehrt verkümmerte diese Idee.

Zwei Jahre später, im November 1987, trug ich diese Gedanken als neues Mitglied im Diözesanarbeitskreis Roverstufe Münster vor. Großes Interesse machte sich breit : eine Veranstaltung in Kooperation mit anderen Diözesen getragen von der Bundesebene … . Die Mainzer zeigten Interesse. Limburg und Hildesheim dagegen waren, nun voll auf dem Ökotripp und hatten dem Motorrad völlig abgeschworen.

Ein Termin im Bundesamt mit dem Referenten des Vorstandes und dem
Geschäftsführer endete niederschmettert: nicht kalkulierbar, zu gefährlich, versicherungstechnisch nicht abzusichern, blablabla, … . Mainz stieg nun aus. Nun blieb nur noch Münster. Mit Hilfe der astreinen Beratung durch unseren damaligen Diözesan-Geschäftsführer Horst Willems stellten wir zum einen ein Veranstaltungskonzept mitsamt Programm auf, zum anderen formulierten wir ein Papier das „Hubraum“ – so hieß das Kind plötzlich – als Auftaktveranstaltung einer längerfristigen Reihe notwendig machte.

Rover sollten hier nichts für andere tun, sondern für sich und ihre Lebensqualität. Nicht Pflaumenkuchen backen für alleinerziehende Erdbebenopfer in Südäthiopien, sondern Moppet schrauben und Benzin quatschen für sich selbst. Der Gedanke war der des WBK und wahrlich kein „Deckmäntelchen“, um „Hubraum“ salonfähig zu machen. (Wir haben diese Reihe im Anschluss tatsächlich mit Veranstaltungen wie zum Beispiel zum Thema Outfit und Klamotten, Percussion oder Berufswahl erfolgreich weitergeführt.)

Der Diözesanvorstand war befremdet, aber durchaus willig die ungewöhnliche Geschichte mitzutragen. Keiner hätte sich zu dem Zeitpunkt vorstellen können, dass das ganze zum Selbstläufer wird!!! Geschweige denn für mehr als 30 Jahre!

Wir haben die Vorbereitung damals vom DAK abgekoppelt. Michael Hartz, Theo Schmitz, Klaus Weniger und ich haben innerhalb von nur vier Monaten das Ding auf die Beine gestellt. Wie die Blöden haben wir geworben, zum Beispiel auf Exodus, und jede Anmeldung bejubelt. Dadurch, dass wir nicht kostendeckend arbeiten mussten, konnten wir großzügig Referenten einkaufen und „Fremdarbeit“ vergüten. Polizei, Uni Dortmund, Hexenring, Women on Wheels, WDR, Tüv, Kuhle Wampe, BVDM, Zweiradmechaniker,… , klar Tageszeitung, … alle haben wir zugetextet und angeschleppt.

Von den gemeldeten 120 Teilnehmern sind knapp 90 gekommen. Gegossen hat es wie Sau. Vieles lief doch deutlich anders als geplant. Aber es war supertoll!!! Wenn man bedenkt, dass es eigentlich eine Roververanstaltung sein sollte und lediglich ganze sechs Rover da waren, war die Veranstaltung eigentlich ein voller Schuss in den Ofen. Das hat aber zum Glück damals
keiner der Verantwortlichen gemerkt… .

Xanten, 10.02.2003 / 23.09.2018

von: Angela Weniger, geb. Riedel